Schwedische Tante-Emma auf Rädern

Das schwedische Start-up Wheelys Café hat zusammen mit der chinesischen Hefei University den vollautomatischen Tante-Emma-Laden auf Rädern „Moby“ entwickelt.

Der mobile Laden ist im Rahmen eines Pilotprojekts in Schanghai unterwegs. Potenzielle Käufer können über die zugehörige App sehen, ob „Moby“ gerade in der Nähe ist, Bestellungen aufgeben und den mobilen Laden aufsuchen, um die Waren abzuholen. Die Abrechnung erfolgt über ein automatisches Erfassungssystem, das den Geldbetrag über die App vom Konto des Nutzers abbucht. Eine künstliche Intelligenz sorgt für den Warennachschub und betreut über einen holografischen Assistenten die Kunden.

Retail Insights: Einkaufen als Droge

Die moderne Konsumgesellschaft bietet viele Verlockungen – für manche auch zu viele. Das belegt eine aktuell erschienene Studie der Arbeiterkammer (AK) Wien zur Kaufsucht. Demnach gelten insgesamt 24 Prozent der Österreicher als kaufsuchtgefährdet: 13 Prozent zeigen ein kompensatorisches Kaufverhalten, d.h. sie lenken sich durch das Einkaufen von anderen Problemen ab oder verdecken sie auf diese Weise. 11 Prozent sind tatsächlich süchtig und kaufen zwanghaft ein.

Wie die Erhebung weiter zeigt, sind jüngere Menschen im Alter von 14-29 Jahren (36 Prozent), Pflichtschul-Absolventen (34 Prozent) und Frauen (29 Prozent) besondere Risikogruppen für den Kaufrausch. Sehr auffällig ist auch der hohe Anteil beim Online-Shopping: 45 Prozent derjenigen, die häufig im Internet einkaufen, gelten als kaufsuchtgefährdet. Ob die schier unendlichen Konsumwelten der Online-Portale die Kaufsucht mit auslösen, oder ob sie lediglich der einfachste Weg für Süchtige sind, ihrem Zwang nachzukommen, bleibt dabei allerdings unklar.

Im Geschäft anprobierte Kleidung landet im Online-Warenkorb

Der auf Sportbekleidung für Damen spezialisierte Händler Fabletics hat ein Omnichannelkonzept realisiert, das das Anprobieren von Bekleidung im Laden geschickt mit dem Onlineshop verknüpft. Dafür scannt das Verkaufspersonal zunächst mit einem Tablet die Produkte, die die Kundin in die Umkleidekabine mitnimmt. Die Artikel landen so im Warenkorb des Onlineshops. Die Artikel, die der Kundin bei der Anprobe nicht gefallen oder die sie direkt im Geschäft kauft, werden automatisch aus dem Warenkorb entfernt. Die verbleibenden Artikel kann die Kundin dann später bei Bedarf bequem online bestellen und kaufen.

Retail Insights: eCommerce im Einzelhandel

Gemessen an der Berichterstattung erscheint es manchmal, als ob die Deutschen quasi nur noch im Netz einkaufen würden. Dabei wird sich der Anteil des eCommerces am Gesamtumsatz des Einzelhandels laut einer Prognose des Handelsverbands Deutschlands (HDE) auf „nur“ rund zehn Prozent belaufen. Wie unsere Infografik zeigt gehen die HDE-Analysten für das laufende Jahr von 443,2 Milliarden Euro Umsatz im stationären und 48,8 Milliarden Euro Umsatz im Online-Handel aus.

System passt Supermarktpreise dem Verfallsdatum an

Das israelische Start-up Wasteless hat ein gleichnamiges System für Supermärkte entwickelt, bei dem sich die Lebensmittelpreise je nach Verfallsdatum ändern. Möglich wird dies durch die Kombination von RFID-Sensoren, digitalen Preisschildern und einer dynamischen Preisgestaltung. Frisch eingetroffene Produkte werden zunächst mit dem Normalpreis ausgezeichnet. Der Preis auf den digitalen Schildern verringert sich mit jedem Tag, den die Ware im Regal bleibt. So können die Kunden Lebensmittel je nach Frische zu unterschiedlichen Preisen kaufen, was insgesamt zu einem besseren Produktabsatz führen soll.