Retail Insights: Sonntagsöffnung

Die alte Diskussion ist wieder entflammt: Sollten Geschäfte auch generell am Sonntag öffnen? Deutsche Warenhausunternehmen und Einzelhändler wollen sich nun mit einer neuen Initiative dafür stark machen, um der Konkurrenz des Onlinehandels entgegen zu treten.

Die Deutschen stehen dem Thema laut einer YouGov-Umfrage aus dem Jahr 2016 unentschlossen gegenüber. Wie die Grafik von Statista zeigt, ist die knappe Mehrheit von 54 Prozent gegen Sonntags-Shopping. 41 Prozent stimmten in der Umfrage dafür. Dabei spielte auch das Alter der Befragten eine Rolle: Während Ältere eine Ladenöffnung am Sonntag mehrheitlich ablehnen, sind die Millennials mit einer knappen Mehrheit dafür.

Retail Insights: Digitale vs analoge Ladentheke

Trotz einiger Versuche, dem Verbraucher auch das Bestellen von Lebensmitteln im Internet schmackhaft zu machen, hat der offline Einzelhandel in diesem Segment weiterhin die Oberhand. Die Waren des täglichen Gebrauchs insgesamt, auch Fast Moving Consumer Goods (FMCG) genannt, haben weiter den größten Anteil am Gesamtvolumen des stationären Einzelhandels.

Wie unsere Infografik zeigt, schlagen die schnelllebigen Waren dort mit rund 44 Prozent zu Buche. Im Onlinehandel hingegen dominieren Mode und Verbraucherelektronik mit jeweils etwa 25 Prozent Marktanteil. FMCG spielt online noch eine vergleichsweise kleine Rolle, der Anteil ist aber 2016 um 0,6 Prozentpunkte auf 7,7 Prozent gestiegen, laut des Handelsverbands Deutschland (HDE)

Retail Insights: Einkaufen als Droge

Die moderne Konsumgesellschaft bietet viele Verlockungen – für manche auch zu viele. Das belegt eine aktuell erschienene Studie der Arbeiterkammer (AK) Wien zur Kaufsucht. Demnach gelten insgesamt 24 Prozent der Österreicher als kaufsuchtgefährdet: 13 Prozent zeigen ein kompensatorisches Kaufverhalten, d.h. sie lenken sich durch das Einkaufen von anderen Problemen ab oder verdecken sie auf diese Weise. 11 Prozent sind tatsächlich süchtig und kaufen zwanghaft ein.

Wie die Erhebung weiter zeigt, sind jüngere Menschen im Alter von 14-29 Jahren (36 Prozent), Pflichtschul-Absolventen (34 Prozent) und Frauen (29 Prozent) besondere Risikogruppen für den Kaufrausch. Sehr auffällig ist auch der hohe Anteil beim Online-Shopping: 45 Prozent derjenigen, die häufig im Internet einkaufen, gelten als kaufsuchtgefährdet. Ob die schier unendlichen Konsumwelten der Online-Portale die Kaufsucht mit auslösen, oder ob sie lediglich der einfachste Weg für Süchtige sind, ihrem Zwang nachzukommen, bleibt dabei allerdings unklar.

Retail Insights: eCommerce im Einzelhandel

Gemessen an der Berichterstattung erscheint es manchmal, als ob die Deutschen quasi nur noch im Netz einkaufen würden. Dabei wird sich der Anteil des eCommerces am Gesamtumsatz des Einzelhandels laut einer Prognose des Handelsverbands Deutschlands (HDE) auf „nur“ rund zehn Prozent belaufen. Wie unsere Infografik zeigt gehen die HDE-Analysten für das laufende Jahr von 443,2 Milliarden Euro Umsatz im stationären und 48,8 Milliarden Euro Umsatz im Online-Handel aus.

Data Kitchen in Berlin

Ähnlich dem automatischen Restaurant Eatsa in San Francisco, kann nun auch in der Berliner Data Kitchen Essen via App bestellt und ohne Wartezeit abgeholt werden.

 

Der Gastronom Heinz Gindullis hat in Berlin mit der Data Kitchen das erste digitale Restaurant eröffnet, das Kunden hochwertige und frisch zubereitete Speisen im Netz bestellen und dann vor Ort essen lässt. Die Bestellung wird vor Ort oder von unterwegs über die Smartphone-Applikation oder Webseite ausgeführt und bezahlt. Die Gerichte werden im Restaurant in einer Box bereitgestellt, auf die der Name des Kunden und ein personalisiertes Hologramm projiziert werden. Das zugehörige Programm stammt von dem Softwareentwickler SAP, der das Restaurant zum Zentrum seines neuen „Data Space“ gemacht hat.